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27.02.2018 Bürgerdialog zur Beweidung im Bereich des Kienbergparks
Am Montag, den 26. Februar 2018, luden das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf und die Grün Berlin GmbH zum Bürgerdialog zur Beweidung im Bereich des Kienbergpark im Wuhletal in das Bezirkliche Informationszentrum BIZ ein.

Bezirksstadtrat Johannes Martin erläuterte zu Beginn der Veranstaltung, eine Bewirtschaftung des für die IGA Berlin 2017 gepflegten und in einer neuen Qualität erschlossenen Geländes heiße vor allem Pflege, um zum Beispiel die neu gewonnene Barrierefreiheit, die angelegten Wege und andere Einrichtungen im neuen Volkspark Kienberg auch in Zukunft zu erhalten. Dafür stelle der Bezirk regelmäßig Gelder zur Verfügung. Die Beweidung, deren Konzept an diesem Abend öffentlich vorgestellt wurde, trage dazu bei, den neu geschaffenen Mehrwert zu erhalten. Man wolle “keine Wege zumachen, sondern die Zielstellung Biodiversität umsetzen”. Die Weidehaltung im Wuhletal biete neben einer naturverträglichen und schonenden extensiven Pflege viele neue Möglichkeiten.

Johannes Martin ging auch auf die Anmerkungen der Bürgerinnen und Bürger bezüglich einer Zaunverschiebung ein. Ihm sei es wichtig, nicht auf Konfrontation zu gehen und die Möglichkeit einer Verschiebung des Weidezaunes in das Konzept aufzunehmen. In diesem Zusammenhang verdeutlichte er auch, dass die Finanzierung gesichert sei, aber eine genaue Zeitplanung noch nicht vorliege und dies auch noch eines Vorlaufes bedürfe. Außerdem lerne man während des Projektes dazu, und deshalb rief er dazu auf, mit Fragen und Anregungen am Prozess teilzunehmen. Sowohl dem Bezirksamt als auch den Expertinnen und Experten sei es vor allem wichtig, im Dialog zu bleiben und die Befindlichkeiten und Wünsche der Bürgerinnen und Bürger zu kennen.

Dr. Beate Kitzmann von der Naturschutzstation Malchow erläuterte mit einem Vortrag, wie das Aussterben der Großtiere und die Verbreitung der Auerochsen und andere Pflanzenfresser Natur und Landschaft Mitteleuropas auf natürliche Weise formten. Das Wuhletal biete in seiner Form sehr günstige Verhältnisse, Weidetiere zu versorgen, zudem wäre eine maschinelle Pflege der unebenen Oberfläche mit Maschinen sehr aufwändig. Sie verwies auf das Beispiel und die guten Erfahrungen mit den Falkenberger Rieselfeldern, welche bereits seit 20 Jahren beweidet werden.

Frank Sporzicki vom Umwelt- und Naturschutzamt Marzahn-Hellersdorf schilderte die Sicht der Naturschutzbehörde. Erfahrungen hat er bereits in der Renaturierung des Wuhletals, des Wuhleweges und mit dem Weidekonzept der IGA Berlin 2017 gesammelt. Weidetiere seien sehr vorsichtig und wählten sehr genau aus, erläuterte er. Der Feuerfalter, der unter Naturschutz steht und im Wuhletal vorkommt, könne zum Beispiel davon profitieren: Pflanzen, die Weidetiere verschonen, können sich anders als unter konventioneller Bewirtschaftung vermehren und bei der dauerhaften Rettung der Feuerfalter helfen.

Frank Vasem, zuständig für die Projektumsetzung bei der damit vom Bezirk beauftragten Grün Berlin GmbH, erläuterte das Landschaftspflegemodell. 10,9 Hektar Beweidung auf insgesamt sechs Flächen und rund vier Kilometern Zaun sind in Planung. Unter den sechs Flächen befindet sich die bereits entstanden Flächen der IGA Berlin 2017. Die Gesamtgröße der Beweidung von rund elf Hektar betrage nur ein Sechstel des gesamtem Wuhleareals. Als Zaunsystem wird ein Knotengittergeflecht verwendet, dessen größere Abstände im unteren Bereich Kleintieren bis zur Größe eines Fuchses Durchschlupf gewährt. Dülmener Pferde, die Schafsrassen Skudden und Coburger Füchse – vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen – sowie drei Bienenvölker sollen in Zukunft ihre Heimat im Wuhletal finden.

In der sich an die Vorträge anschließenden Fragerunde stellten die Bürgerinnen und Bürger unter anderem Fragen zum Schutz der derzeit beheimateten Tierarten wie dem Bodenbrüter, dem unter Artenschutz stehenden Feuerfalter, ob Bienenweiden im Konzept berücksichtigt seien und wie viele Weidetiere das Wuhletal flächenmäßig vertrage.
Auch Fragen zur Betreiberschaft wurden gestellt, auch der schon in der Vergangenheit aufgetretene Vandalismus beschäftigt viele Bürgerinnen und Bürger, insbesondere wie mit diesem in Zukunft umgegangen wird. Kritik an der Umzäunung kam auch zur Sprache: Den Bürgerinnen und Bürgern sei ein freier Weg im Wuhletal wichtig, eine direkte Einzäunung am Wegesrand würde diese aus der Sicht der Bürgerinnen und Bürger einengen.







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